Exklusive Domführung mit Bischof Overbeck

Ruhrbischof Overbeck und Reiner Teuber aus dem Schatzkammer-Team präsentierten in der Reihe „Mein Dom – Glaube und Kunst“ ungewohnte Ansichten der Essener Kathedrale. Nächste Führung: am 4. Dezember mit der ehemaligen Zollverein-Vorstandsfrau Jolanta Nölle.

Für eine exklusive Führung mit Bischof Franz-Josef Overbeck öffnete der Essener Dom am Dienstagabend auch lange nach dem regulären Feierabend noch einmal seine Pforten. 23 Männer und Frauen hatten sich bereits vor Wochen die exklusiven Tickets gesichert, die die Domschatzkammer zu Gunsten des Münsterbauvereins verkauft hatte – sie wurden Zeugen eines ungewohnten Rundgangs durch Essens 1200 Jahre alte historische Keimzelle. Er sei wohl „der einzige Bischof, der 44 Vorgängerinnen hat“, sagte Overbeck zum Auftakt der Führung mit Verweis auf die Äbtissinnen, die in der Münsterkirche rund 1000 Jahre lang das Sagen hatten.

Gemeinsam mit Rainer Teuber, dem Leiter der Museumspädagogik und des Besucherservices im Team der Domschatzkammer führte Overbeck die Gruppe unter anderem zur Kathedra, dem großen weißen Bischofsstuhl im Zentrum des Altarraums. Ob der nicht zu weit weg von der Gemeinde stehe, wurde Overbeck gefragt. Der Bischof entgegnete, dass er seine Predigten von einem Mikrofon an den Altarstufen aus halte. Zudem habe er von der Kathedra im vergleichsweisen kleinen Essener Dom einen guten Überblick und sehe von dort sehr gut, wer der Messe begeistert folge – und wer nach seiner Predigt eingeschlafen sei.

Neben der Goldenen Madonna, der Bistumspatronin, bei der die Besucher zu einem kurzen gemeinsam Gebet innehielten, führte Overbeck die Gäste auch in die Adveniat-Krypta unter dem Atrium zwischen Dom und Anbetungskirche. Der modernste, erst Anfang der 1980er Jahre eingerichtete Ort im Dom ist für Overbeck ein besonderer, weil hier die Bischöfe des Ruhrbistums begraben werden. Overbeck ging auf das umfangreiche Bilderprogramm der von Emil Wachter aus Beton gestalteten Decke und Wände ein und erläuterte die verschiedenen Motive mit Bezügen zum Vaterunser sowie zum Essener Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, dessen Vorsitzender Overbeck ist.

Im Dom ist Overbeck indes nicht der Chef – auch dies erläuterte der Bischof beim abendlichen Rundgang. Hausherr in der Kathedrale ist der – vom Bischof ernannte – Dompropst Thomas Zander. Er leitet das Domkapitel, das für die Liturgie, das kulturelle Leben, aber eben auch für die Erhaltung des Doms verantwortlich ist. Overbeck hob das gute Verhältnis zwischen ihm und dem Domkapitel hervor. Dennoch werden die unterschiedlichen Rollen gepflegt: Bei Festgottesdiensten wird Overbeck vor dem Dom begrüßt und dann vom Dompropst hineingeführt.

Neben den Besuchern freute sich am Dienstagabend auch Angelika Mehrwald vom Vorstand des Münsterbauvereins über die gelungene Führung – und die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Die nächste Abendführung in der Reihe „Mein Dom – Glaube und Kunst“ wird am Dienstag, 4. Dezember, Jolanta Nölle gestalten, ehemaliges Vorstandsmitglied der Stiftung Zollverein.

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